Ren van Hirk
der verein
der verein
1. akt
im keller einer alten villa, schlechte beleuchtung, muffiger geruch
guten tag
…n't'g…
stille
ich komme wegen des aufnahmeantrags.
stille, die langsam unerträglich wird. der elektrische heizkörper gibt ein paar geräusche von sich, die darauf schließen lassen, dass er nicht mehr lange heizen wird.
ich …
hab sie sch'n v'rstanden.
wo?
stell'n sie's dahin.
kann ich ihnen erklären, wie …
da hinten bitte.
wann wird denn entschieden, ob … ?
sie hör'n dann v'n uns.
ich dachte, ich könnte ihnen erklären, wie ich mir das alles gedacht habe, ich würde schon gerne einmal meine sicht der dinge jemanden darstellen, der davon etwas mehr ahnung hat, als …
sie hör'n dann v'n uns.
na ja - gut - … - also.
hier steht alles, ich habe es ausgepackt.
parken ist ja wirklich schlecht hier, ich wollte erst auf der straße stehen bleiben.
sind die sachen eigentlich versichert - ich meine, wenn was passiert, es steckt ja doch viel arbeit drin.
jedes einzelne hat monate gedauert.
sie hör'n dann v'n uns.
ja
ich geh dann jetzt wieder.
wann darf ich mit der entscheidung rechnen? rufen sie an oder …
komm'n s'e nächsten monat um die gleiche zeit, und holen sie alles wieder ab.
vorher höre ich nichts von ihnen? ich meine, es ist mir schon wichtig, dass … nicht dass ich mich wundern würde, wenn es nicht klappt, aber…
bis nächst'n monat.
wieder die stille. beide stehen im raum, jeder schaut in eine andere ecke. eine ältere frau kommt die treppe herunter, geht zum regal und holt einen stapel papier aus einem fach. sie nickt beiden kurz mit dem kopf zu - zum gruss.
ja dann, … auf wiedersehen
w'd'rs'h'n
2. akt
wieder der keller der alten villa, durch eines der fenster kann man sehen, dass auf der straße schnee liegt.
eine junge frau sitzt am schreibtisch vor einem alten computer und tippt langsam mit einem finger.
guten tag
…n't'g…
stille
ich komme wegen des aufnahmeantrages, ich war letzten monat hier bei ihnen und habe die sachen abgegeben.
stille, die langsam unerträglich wird.
hustet
ähm, ich wollte die sachen wieder abholen.
sie wissen bescheid?
nein ?!?
die junge frau schaut herüber, dann tippt sie weiter.
sie können die sachen einpacken.
und?
er fängt an, die sachen einzupacken. dafür hat er viel papier und klebeband mitgebracht. nachdem er eine weile umständlich gearbeitet hat, unterbricht er seine tätigkeit.
und?
was und? war nix, das wissen sie doch.
stille. die junge frau tippt nicht mehr. sie liest auf dem bildschirm und vergleicht den text anscheinend mit einem text auf einem papier, das sie sich nahe vor die augen hält.
also nicht?
nein, hören sie, es kommen so viele, es geht nicht, probieren sie es doch in fünf jahren noch einmal
er packt weiter ein, die frau tippt wieder, der andere schaut zum fenster hinaus.
wieviele bewerber hatten sie denn diesmal?
zwölf
und?
was und? einen haben sie genommen, mussten sie, war wackelig, aber es ging nicht anders. hören sie, es kommen sooo viele.
ja, ich verstehe … sie hätten es wohl gerne anders gehabt?
warten sie, ich helf ihnen.
er versucht ihm, beim einpacken zu helfen, aber der andere lässt sich nicht helfen. er will offensichtlich, dass es schneller geht.
die frau schaut fragend zu den beiden hinüber. er geht zu ihr und unterhält sich mit ihr über etwas anderes. man kann nichts verstehen
tja dann, auf wiedersehen …
w'd'rs'h'n
er geht mit seinen sachen. die anderen beiden unterhalten sich weiter.
3. akt
sommer, lampionfest in dem großen garten einer modernen villa. viele leute, die trinken, essen und sich unterhalten. abendstimmung, leise entspannende musik, die zum tanzen animieren soll.
ach … guten tag … herr polwoitzer, wenn ich mich richtig erinnere …
guten tag. ich erinnere mich jetzt gar nicht, wer sie sind, verzeihung, aber ich treffe so viele leute.
sie erinnern sich, damals, der verein … der aufnahmeantrag …
tut mir leid, aber da stehe ich gerade auf dem schlauch.
er wendet sich einem paar zu, das an ihm vorbeischlendert
irene, paul, kommt ihr nächste woche nach bilbao? wir wollen dort eröffnen.
er erhält zustimmendes nicken und eine wohlwollende antwort.
polwoitzer? das war doch der name? 'war 'ne schwere zeit damals, es kamen so viele. naja, dem verein geht es nicht besser. das geld ist knapp…
polwoitzer hört nicht zu. er holt aus der jackettasche ein kleines büchlein und drückt dieses einem anderen gast, der neben ihm steht in die hand. dabei tauschen die beiden ein paar freundliche worte aus. die musik wird etwas lauter, jetzt wird getanzt.
tja, entschuldigung, ich muss mich um so viele gäste kümmern. von welchem verein waren sie nochmal? ich vergesse den namen. doch irgendwann haben wir uns schon einmal gesehen, arbeiten sie bei der post?
darf ich ihnen zu ihrem erfolg gratulieren. das konnte ja damals keiner ahnen, dass sie einmal so …
polwoitzer hört nicht zu. er geht zwischendurch schnell zu einer dame ein paar schritte weiter, und tauscht zwei oder drei worte mit ihr. beide nicken sich freundlich zu. dann kehrt er aus höflichkeit zurück.
entschuldigen sie bitte, aber heute sind so viele menschen hier, die ich schon so lange kenne, und die mich alle sehr unterstützt haben. ich muss dankbar sein.
der verein, wie hieß der doch gleich.
ach wissen sie, herr polwoitzer, ich mache nicht mehr soviel im verein, es hat sich viel verändert, seit damals. der granzlich ist nicht mehr da, und es bewirbt sich auch kaum noch jemand
herr … wie war doch gleich der name?, es hat mich gefreut, sie kennen zu lernen, kommen sie doch auch zur eröffnung nach bilbao. oder schau'n sie einfach mal bei uns hier in der stadt vorbei, sie wissen doch wo …
ja …. ähm, danke … ich … ja … auf wiedersehen
die musik ist laut, die menschen unterhalten sich. er geht.